Lehre

Titel: Was gehört zu einem Geist?

Montag 10.30-1200, RWTH Aachen

Die Grenzen eines individuellen Geistes – oder besser eines mentalen Subjekts – sind nicht nur in der philosophischen Tradition, sondern auch in der gegenwärtigen Kognitionswissenschaft umstritten. Eine gängige Alltagsintuition scheint zu sein, dass die Grenzen eines individuellen Geistes mit den Grenzen eines individuellen Organismus zusammenfallen. Alternative Vorschläge haben den individuellen Geist beispielsweise um eine immaterielle Substanz jenseits des individuellen Körpers ergänzt, ihn auf ein einzelnes Organ – ob nun Herz oder Gehirn – eingegrenzt, oder gar um konkrete Werkzeuge wie Notizbücher erweitert. Im Seminar werden ausgehend von der philosophischen Tradition gegenwärtige Theorien in der Philosophie des Geistes und der Kognitionswissenschaften zur Reichweite des Geistes diskutiert. Einen Schwerpunkt bilden dabei unterschiedliche situated-cognition-Theorien.

Literatur:

Hutchins, E. (1995). Cognition in the wild. Cambridge, Mass.: MIT Press.

Clark, A., & Chalmers, D. (1998). The extended mind (Active externalism). Analysis, 58(1), 7-19.

Descartes, R. (2009). Meditationen über die erste Philosophie. Herausgegeben von Christian Wohlers. Hamburg: Meiner.

Heersmink, R. (2015). Dimensions of integration in embedded and extended cognitive systems. Phenomenology and the Cognitive Sciences, 14(3)